Wanderer Fahrräder aus Chemnitz
Das Unternehmen Wanderer war ein bedeutender deutscher Hersteller von Motorrädern, Autos, Lieferwagen und Fahrrädern. Die Wurzeln von Wanderer gehen bis in das Jahr 1885 zurück. In diesem Jahr gründeten Johann Baptist Winklhofer und Richard Adolf Jaenicke in Chemnitz (Sachsen) die am 26. Februar 1885 ins Handelsregister eingetragene Gesellschaft “Chemnitzer-Velociped-Depot Winklhofer & Jaenicke” zur Reparatur von Fahrrädern, wenig später bauten sie selber welche.
Um 1900 war Wanderer zu einem bedeutenden Unternehmen auf dem Fahrradmarkt geworden und hielt verschiedene Patente, unter anderem für die erste deutsche Zweigang-Nabenschaltung. Etwa in dieser Zeit wurde die Produktion auf Werkzeugmaschinen, “Continental”-Schreib- und -Rechenmaschinen, Motorräder und Autos ausgeweitet und 1894 in Schönau bei Chemnitz dafür ein neues Werk aufgebaut. Das erste Motorrad wurde 1902 gebaut, 1905 kam der erste Auto-Prototyp “Wanderermobil”, 1907 kam der zweite Prototyp und 1911 wurde dann auf dem Berliner Autosalon der Wanderer 5/12 PS Typ W1 gezeigt. 1912 konnte die Automobilproduktion aufgenommen werden.
Auch auf Druck der Dresdner Bank, bei der Wanderer mit 5 Mio. RM verschuldet war, verkaufte Wanderer Lizenzen für die schweren Motorräder an den tschechischen Ingenieur Dr. Fr. Janacek, der damit die Motorradmarke JAWA gründete, und schloss am 29. Juni 1932 einen Kauf- und Pachtvertrag die neue Autofabrik der Wanderer-Werke in Siegmar betreffend mit der auf Bestreben der Sächsischen Landesbank gegründeten Auto Union AG. In diesem Konzern wurden neben Audi, DKW und Horch weiterhin Automobile der Mittelklasse unter dem Namen Wanderer gebaut.
Die Wanderer AG konzentrierte sich sehr erfolgreich auf die Produktion hochwertiger Werkzeugmaschinen, Schreibmaschinen, Rechenmaschinen und Fahrräder. Das Radsportteam des Werkes konnte viele sportliche Erfolge erringen.
Februar 16th, 2007 at 15:12
1998 hat Manufactum die Fahrradmarke Wanderer wiederbelebt.
http://www.manufactum.de/Wanderer.5349.0.html